Der Nationalpass: Das wichtigste Dokument?
Ein Nationalpass (Reisepass) ist das offizielle Ausweisdokument eines Staates für seine Bürger. Er bestätigt zwei Dinge:
- Die Identität der Person (Wer sind Sie?)
- Die Staatsangehörigkeit (Zu welchem Land gehören Sie?)
Warum ist er für die Einbürgerung so wichtig?
Deutschland möchte sichergehen, dass Sie wirklich die Person sind, für die Sie sich ausgeben. Identitätstäuschungen sollen verhindert werden. Der Nationalpass gilt als der "Goldstandard" für diesen Nachweis.
§ 10 StAG setzt grundsätzlich eine geklärte Identität und Staatsangehörigkeit voraus.
Was, wenn ich keinen Pass habe?
Viele Geflüchtete haben keinen gültigen Pass ihres Herkunftslandes und können auch keinen beschaffen (z.B. weil die Botschaft nicht kooperiert oder der Besuch unzumutbar ist).
Hier greift das sogenannte Stufenmodell der Identitätsklärung:
- Stufe 1: Nationalpass oder anerkannter Passersatz.
- Stufe 2: Andere amtliche Dokumente mit Foto (Führerschein, Geburtsurkunde mit Foto etc.).
- Stufe 3: Sonstige Beweismittel (Zeugenaussagen, DNA-Tests, Schulzeugnisse).
Unzumutbarkeit
Wenn es Ihnen objektiv unmöglich oder subjektiv unzumutbar ist, einen Pass zu beschaffen, muss die Einbürgerungsbehörde auf dieses Erfordernis verzichten oder andere Nachweise akzeptieren.
Beispiel Afghanistan: Da die Botschaftssituation schwierig ist, werden oft alternative Nachweise (Tazkira) akzeptiert oder es wird komplett auf den Pass verzichtet, wenn alle Bemühungen erfolglos waren.
Fazit
Ein fehlender Pass ist kein absolutes Hindernis, macht das Verfahren aber komplizierter. Dokumentieren Sie alle Ihre Bemühungen zur Passbeschaffung akribisch!

